• Review FreeNAS 8.0.3 - Stichwort Armageddon

    Heute stand FreeNAS, derzeit in der aktuellen Version 8.0.3 stable zum Test an. Wir haben uns hier bereits öfters mit FreeNAS beschäftigt, daher habe ich mich entschlossen (auch weil einige Userfragen zur Beantwortung standen), diese Version neu aufzusetzen.

    Hardware

    Als Basis dient ein Intel Atom 510 samt Intelmainboard mit 1GB Ram, eine 500 GB Samsung HD 502HJ (7200rpm, 16MB Cache) Festplatte, eine Seagate Barracuda Festplatte (7200rpm, 32 MB Cache), ein IDE Asus DVD Laufwerk. Da die OnBoard Netzwerkkarte nicht akzeptiert wurde, mußte die Installation ein zweites Mal mit einer Netzwerkkarte des Typs Intel Desktop Adapter (PCI) gestartet werden.
    Letzteres fällt langsam in den Tests auf, das vor allem Unix/Linux Systeme mit einer simplen Intel OnBoard Netzwerkkarte Probleme haben.

    Installation

    Das Erste was ich gemacht habe, ich habe mir die Version 8.0.3 runtergeladen und da es beim letzten Mal nicht funktionierte auf einen USB Stick gebannt. Stick hinein und es funktionierte. Die Installation wird ausgeführt. und die erste Frage die kommt ist, ob ich ein

    - Install/Upgrade the hard disc/Flash drive
    - Shell
    - Reboot
    - Shutdown

    Ich wähle natürlich das Erste, und werde gleich als nächstes gefragt wohin ich es installieren will. Ich wähle also die Samsung Platte. Daraufhin wird mir erklärt, das FreeNAS alles löschen muss. Ebenfalls wird mir erklärt das die Festplatte zur Gänze als Systemdatenträger verwendet wird. Dies ist eigentlich eine Schande, wenn man bedenkt, das eine einfache Partitionierung hier Abhilfe schaffen könnte.
    Als nächstes erklärt es mir das es fertig ist und ein Reboot bevorsteht! Die CD (??) soll ich rausnehmen.(Der Fehler ist ein Running Gag und existierte auch in der vorherigen Version)

    Das Gerät rebootet und es folgt nach ca. 1 Minute Start die Fehlermeldung das es ein Mountbootproblem gebe....ohne jede weitere Möglichkeit des Eingreifens. Klopft man auf eine beliebige Taste kommt es zur Meldung PANIC KBD die wiederum in einem

    [KBD]

    endet. Weitere 4 Versuche später passierte noch immer das Selbe! Jeglicher Versuch von dort etwas sinnvolles zu machen wird verweigert. Daher habe ich eine andere Festplatte eingebaut und alles erneut gemacht, diesmal funktionierte es, Grund ist, das FreeBSD einen scheinbar absolut leeren Datenträger benötigt, um ohne Probleme installiert werden zu können.
    Diesmal funktionierte es, und ich konnte zum nächsten Punkt kommen.

    Einrichten des Systems

    Wenn der Reboot vollzogen ist muss man auf einen Desktoprechner wechseln weil ab hier geht es per WebGUI weiter. Man gibt die IP Adresse des NAS ein und kommt auf das WebGUI.
    Zum WebGUI, das ist leider nach der Installation auf English. Ein Punkt der immer wieder auffällt ist die mangelnde Akzeptanz das es auch Leute gibt die English nicht können. Eine Auswahl bei der Installation in welcher Sprache man das System haben möchte, wäre angebracht (vor allem in Zeiten wo Sprachfiles kein Problem darstellen)
    Ein Wechsel der WebGUI in ein andere Sprache bedeutet Reboot! Leider ist die deutsche Version sehr "DENGLISH". Deutsch bedeutet, "Deutsch mit Englishen Einschlägen"

    Ja, aber was dann kam, das war eine Katastrophe! Ich legte einen User an, wählte unter Freigaben CIFS und wollte das Verzeichnis betreten! Leider ging das nicht. Hintergrund war, ich wollte einem User bei einem Problem helfen, das darin bestand das er nicht ins Verzeichnis kam. Ja, nur einen kleines Problem trat auf, es funktionierte auch bei mir nicht. Hintergrund, FreeNAS 8.0.3 kommt mit Großbuchstaben beim Benutzer scheinbar nicht klar. Jedenfalls konnte ich das Problem lösen in dem ich einen Kleinbuchstaben am Anfang wählte. Eigentlich sollte man meinen, die Steinzeit im vergeben von Benutzernamen wäre mit Suse 6.0 begraben worden, Nein, FreeNAS gräbt sie wieder aus....

    Auch das Energiemanagment gleich in 8.0.3. einer einzigen Katastrophe, oder besser, es ist gar nicht vorhanden. Trotz sehr "versteckter" Einstellungsmöglichkeiten (man findet sie im Punkt "Zeige alle Datenträger/zeige Festplatten" gibt es kein Energiemanagment. Sprich, ich habe es eingestellt, es funktioniert nicht! Man 5,10,15 Minuten waren, es passiert nichts.

    Was vormals einfach war, nämlich einen NAS mit FreeNAS aufzusetzen, und nicht einmal einen Blick ins Manual benötigte, benötigt jetzt (trotz Kenntnisse) fast eine Stunde bis man ein halbwegs stabiles System am Laufen hat. Das FreeNAS Wiki ist dabei leider so hilfreich (auch hier, nur English) das ein Lateinstudium dagegen wie ein Volksschullehrgang anmutet.

    Ein großes Leider ist auch das ZFS System, es erschwert mehr den Betrieb als es etwas bringt. Zum einen ist ZFS als Filesystem zwar interessant, aber mehr auch nicht. Es bringt dem Standarduser keine Vorteile. So große Dateien wie ZFS sie managen kann, hat kein normaler User im Homebereich. Die Raidfunktionalität ist im Homebereich praktisch sinnlos, da sie weder einen Performanceschub noch signifikante Vorteile bringt. Der oftgebrachte (und an den haaren herbeigezogene) Vorwand erhöhter Sicherheit ist bei keinem Filesystem gegeben, auch bei ZFS nicht. Zudem benötigt FreenAS für den Betrieb mit ZFS leider 4 GB Ram. Das macht aus einem schlanken und billigen Miniserver leider eher ein teures System.

    Ebenfalls schockiert war ich über die mangelnde Importfunktion, es war leider nicht möglich mit der 8.0.3 Version einen in NTFS erstellten Datenträger zu lesen.

    Fazit im Gegensatz zur vorherig getesteten Version

    Positive Aspekte
    + sehr schnelle und einfache Installation
    + Installation von und auf USB/Flash Drive

    Negative Aspekte
    - Installation bricht bei vorformatierter Festplatte ab!
    - keine Standby Möglichkeit
    - massive Sprachfehler
    - verbaucht sehr viel Festplattenspeicher
    - verbraucht sehr viel Ram
    - Benutzer können nur mit Kleinbuchstaben angelegt werden

    Derzeit kann man FreeNAS in der Version 8.0.3 wirklich nicht empfehlen!
    Ursprünglich wurde dieser Artikel in diesem Blog veröffentlicht: Review FreeNAS 8.0.3 - Stichwort Armageddon - Erstellt von: Stonecold
    Kommentare 1 Kommentar
    1. Avatar von xbmcg
      xbmcg -
      Mann, so ziemlich alles falsch gemacht...

      1.) mit einer vmware einen usb boot stick erstellen ( vom iso image booten und install auf einem leeren 4GB stick installieren)

      2.) stick in die nas stecken und booten - fertig.

      3.) gott sei dank ist die UI in englisch, eingedeutschte Systeme sind ein Graus!

      4.) ich habe Gross / Kleinschreibung bei meinen Usernamen in der 8.0.3.

      5.) RAID und ZFS sind der wichtigste Grund fuer eine Selbstbauloesung, einfache NAS Platten gibts beim ALDI.

      6.) es gibt noch das aternative freenas Projekt mit mehr Funktionalitaet, wenn man moechte, ausserdem gibt es die EON NAS oder ein Open Indiana NAS basierend auf open solaris - allesamt mit zfs. Es soll auch ein Linux port geben...

      7.) wenn man auf Datensicherheit keinen grossen Wert legt (kein zfs), tut es auch ein Windows home server oder ein normales linux.