• Wie soll mein NAS ausgestattet sein? - So entscheiden Sie richtig vor dem Kauf

    NAS-Server werden in den unterschiedlichsten Bereichen für unterschiedliche Zwecke eingesetzt. Daher unterscheiden sich die verschiedenen auf dem Markt erhältlichen Geräte sowohl in der Ausstattung als auch im Preis teilweise erheblich. Wenn Sie auch mit dem Gedanken spielen, sich ein NAS zuzulegen oder die Anschaffung bereits beschlossene Sache ist, sie aber nicht wissen, für welches Gerät Sie sich entscheiden sollen, gibt dieser Ratgeber Ihnen dabei sicher die ein oder andere Hilfestellung.

    NAS gibt es als Geräte mit einem einzelnen Slot oder mit mehreren Slots (Multislot-Geräte). Für viele Anwendungszwecke sind dabei Geräte interessant, bei denen sich die verwendeten Platten mit Wechselrahmen direkt aus dem Gerät ziehen und so einfach und schnell austauschen lassen. Zum Teil ist das sogar im laufenden Betrieb möglich (Hotswap) und dient dem schnellen und einfachen Austausch von defekten Platten, ohne den NAS-Server herunterfahren zu müssen. Bei Geräten, die dieses Feature nicht unterstützen, sollte jedoch darauf verzichtet werden, die Festplatten im laufenden Betrieb zu entfernen. Dies kann sowohl zu Schäden am Dateisystem der Platte als auch zu Hardware-Defekten führen. Während erstere sich relativ leicht beheben lassen, sind letztere gravierender und können teuer werden. Wer mit dem Gedanken spielt, die Platten seines NAS z.B. bei einem Ausfall einzelner Platten auch im laufenden Betrieb wechseln zu wollen, der sollte sich also für ein Gerät mit Hotswap-Option entscheiden. Das kann z.B. dann nützlich sein, wenn von dem Ausfall der Platte nicht betroffene Nutzer die übrigen Platten ohne Unterbrechung weiter nutzen können sollen.


    Wer sich hinreichend gut in der Welt der Hard- und Software auskennt, hat die Möglichkeit, sich im Eigenbau ein NAS-Gerät zusammenzustellen. Dabei sollte man bei der Hardwarezusammenstellung sehr genau auf die diversen Anforderungen an die Hardware eines NAS, wie z.B. eine schnelle Netzwerkverbindungen (Mindestens Gigabit) und das Vermeiden von Flaschenhälsen bei der Datenübertragung des Festplatten-Busses achten. Mitunter lässt sich hier im Vergleich zu fertig gekauften NAS-Geräten der eine oder andere Euro sparen. Ein weiterer Vorteil eines solchen Geräts ist, dass es sich sehr genau auf spezielle Anforderungen zuschneidern lässt. Wenn man über das richtige Know-How verfügt, bekommt man so einen NAS-Server, der sämtliche ihm in der Praxis gestellten Aufgaben mit Bravour meistert. Allerdings sollte man den zeitlichen Aufwand, der mit der Zusammenstellung eines solchen Rechnersystems verbunden ist, nicht unterschätzen.


    Ob gekauft oder selbstgemacht: Mit der Festplatten-Kapazität eines NAS-Servers sollte auch der Arbeitsspeicher proportional steigen. Dies gewährleistet, dass stets ein hinreichend großer Cache für die schnelle Verarbeitung der Daten zur Verfügung steht. Das absolute Minimum bei professionellen Geräten ist dabei ein Arbeitsspeicher von einem Gigabyte. Die CPU-Leistung hingegen bestimmt, wieviele Daten sich pro Sekunde in die Netzwerkschnittstelle schaufeln lassen, ist also wesentlich für die Datenübertragungsrate verantwortlich. Mit einem Quad-Core-Prozessor kann also eine schnellere Datenübertragungsrate gewährleistet werden als mit einem Dual-Core-Prozessor mit ähnlich schnellen Kernen. Besonders großer Wert sollte auch auf einen schnellen Prozessor gelegt werden, wenn auf dem NAS sensible Daten gespeichert werden sollen und ein starker Verschlüsselungsalgorithmus Unbefugten den Zugriff auf diese Daten versperren soll. Allgemein ist ein professionell ausgelegtes NAS-Gerät meist auf die Nutzung durch mehrere Nutzer ausgelegt. Auch hierbei spielt die CPU aber eine wesentliche Rolle, da viele Nutzer eine schnelle Datenübertragungsrate erfordern und diese wie bereits beschrieben durch die CPU wesentlich beeinflusst wird. Ärgerlich ist es, wenn bei einer parallelen Nutzung des NAS durch viele Nutzer gleichzeitig der Prozessor des Geräts zum Flaschenhals wird.


    Die Anzahl der Festplatten spielt bei einem NAS-Gerät eine entscheidende Rolle bei der Festlegung der Gesamtspeicherkapazität. Logischerweise lassen sich in ein Multislot-Gerät mit fünf Slots mehr Festplatten mit der derzeit maximalen Speicherkapazität einbauen als in ein NAS mit zwei Festplatten-Slots. Einen Vorteil für Bereiche, in denen Datensicherheit eine große Rolle spielt, bildet dabei die sogenannte RAID-Technologie, bei der Daten redundant, d.h. mehrfach, gespeichert werden. Im einfachsten Fall wird dabei einfach eine Platte ständig auf einer zweiten gespiegelt, so dass also beide Platten die gleichen Daten enthalten. Dies gewährleistet, dass bei einem Festplattenausfall einer Platte die Daten dieser Platte nicht verloren sind, sondern von einer anderen Platte des Systems noch gelesen werden können. Solche sogenannten RAID-Systeme verfolgen dabei, je nach RAID-Typ, unterschiedliche Strategien. Ein Nachteil dabei ist aber natürlich immer, dass die Gesamt-Speicherkapazität des Systems sich im Vergleich zu einem NAS ohne Redundanz entsprechend reduziert. Hier muss klug ein praktischer Mittelweg zwischen Datensicherheit und Speicherkapazität des NAS gefunden werden.


    Bei der Auswahl der Festplatten für den NAS-Server lässt sich meist zwischen 2,5" und 3,5"-Platten wählen. Die kleineren Platten bieten dabei den Vorteil eines leichteren Transports, während die 3,5"-Platten meist bei gleicher Speicherkapazität günstiger und schneller sind. Außerdem sind 3,5"-Platten mit größerer Speicherkapazität erhältlich. Dies hängt damit zusammen, dass die Herstellung der 2,5"-Platten wegen ihrer geringen Größe für den Hersteller natürlich auch aufwendiger ist.


    Wenn man mit dem Stromverbrauch seines NAS kalkulieren möchte, sollte man bedenken, dass eine größere Anzahl von Festplatten mehr Strom verbraucht als eine kleinere Anzahl. Daher ist es bei vielen verbauten Platten für den Stromverbrauch meist günstiger, statt vielen kleine eine oder wenige große Platten zu verbauen. Außerdem sollten Platten in den Suspend-Mode geschaltet werden, wenn niemand auf die Daten des NAS zugreift. In diesem Betriebsmodus wird der Motor der Festplatten gestoppt, wodurch der mechanische Verschleiß während des Betriebs vermindert und der Energieverbrauch verringert wird. Benötigt ein Nutzer des NAS dann doch die auf dieser Platte gelagerten Daten, so wird die Platte wieder hochgefahren und nach wenigen Sekunden stehen die Dateien wieder zur Verfügung. Noch stromsparender ist es, den gesamten NAS-Server bei längerem Leerlauf in den sogenannten Wake-On-Lan-Modus zu schicken. Bei diesem wird das Gerät abgeschaltet und erst bei Bedarf wieder durch ein über das Netzwerk geschicktes "Magic Packet" aufgeweckt. Auch hier stehen die Daten des NAS dann nach einer kurzen Bedenkzeit, in der der Server aus seinem Ruhezustand geweckt wird, wieder zur Verfügung.


    Wer großen Wert auf eine ruhige Arbeitsumgebung legt, sollte außerdem darüber nachdenken, ob ein NAS mit passiver Kühlung nicht für seine Bedürfnisse ausreichend ist. Ansonsten können sowohl die Kühlung der Festplatten als auch die des CPU-Kühlers mit ihrem Betriebsgeräusch eine Quelle störenden Lärms darstellen. Steht ein separater Server-Raum oder eine andere für den Betrieb von Rechnern geeignete Kammer zur Verfügung, kann der NAS-Server dort betrieben werden, damit niemand durch seinen Betrieb gestört wird.


    Für verschiedene spezielle Anwendungszwecke lassen sich verschiedene NAS-Geräte außerdem mit verschiedener Serversoftware zur Nutzung von Multimediainhalten, der Aufzeichnung von Überwachungsvideos oder einem Druckerserver ausrüsten. Wer darauf Wert legt, sollte sich am besten vor dem Kauf informieren, welche Optionen das ausgewählte NAS-Gerät in dieser Hinsicht bietet.