• Filme vom NAS streamen – Das sollten sie zu Online Transkodierung, DLNA und HDMI wissen!

    Online Transkodierung

    Ein Film, und je nachdem welcher Client ihn abruft, sollte immer im besten Format sein; Full-HD für den 40 Zoll Plasma und die Briefmarken-Version für das Smartphone, ganz schön praktisch eigentlich...
    In der Theorie eine tolle Sache, doch was genau steckt dahinter? Ein und dieselbe Datei wird immer und immer wieder neu umgerechnet, und das auf einem NAS, das ja so schlank und sparsam wie möglich sein soll, welch Widerspruch in sich. Was der 300 Watt verkonsumierende Desktop PC mit seinen 8 Kernen und Dual-Grafikkarte und SSD so nebenbei erledigt, bringt ein kleines NAS an seine Grenzen.

    Möglichkeit 1: Ein kräftiges und leistungsstarkes NAS aufzusetzen, das die immense Rechenarbeit leisten kann und den Stromzähler beim Film betrachten ordentlich laufen lässt. Auf der anderen Seite wird dann wieder verzweifelt versucht jedes Watt Ersparnis im Leerlauf herauszukitzeln. Wer bei der Einkaufsliste schon einen ATOM oder E350 in den Warenkorb geklickt hat, der sollte bei der Zielsetzung Online-Transcodierung schnell wieder „löschen“ drücken. Hier sind mindestens flinke Doppelkern Prozessoren oder core-i3 zu wählen.

    Möglichkeit 2: Die immense Rechenarbeit einmalig auf dem dicken Desktop erledigen, und dann dem kleinen sparsamen NAS lieber eine Platte mehr gönnen und zwei Varianten des Filmes speichern, einmal „fett-und full“ für den Plasma, einmal klein und schlank für die Mobilgeräte.

    Bei heutigen Festplattenkapazitäten ist, auch wenn man noch zusätzlich die Strompreise betrachtet, Variante 2 oftmals die wirtschaftlichere. Auch ermöglicht dies eine größere Auswahl an Betriebssystemen weil man nicht schauen muss, welches Betriebssystem die Online-Transcodierungsfähige Software unterstützt.



    Dies leitet uns weiter auf die nächsten Herausforderungen im Videobereich. Viele Forenanfragen beginnen mit „Mein Fernseher X kann nicht die Filme in Format Y auf dem NAS lesen“.

    Hier kommen wir in den Bereich DLNA, eine Buchstabenkombination mit der die Marketingabteilungen der Unterhaltungsgeräteindustrie dem Anwender suggerieren, ganz einfach und problemlos alle möglichen Geräte zu koppeln und alle Video und Audiodateien ohne Probleme zu betrachten. Wer sich bei Wikipedia zum Thema DLNA informiert wird da leider wieder schmerzhaft auf den Boden der Realität zurückgeholt.

    Der DLNA Standard beschreibt das absolute Minimum auf den sich die beteiligten Unterhaltungsgerätehersteller einigen konnte. Nur eine geringe Anzahl unterschiedlicher Audio, Video- und Grafikformate sind hier definiert.

    Weitere Nebeneffekte sind leider, dass die Kopplung von Geräten unterschiedlicher Hersteller in der Praxis nicht so funktioniert wie gewünscht, eben weil jeder Hersteller einen Standard nimmt und nach seinem Gutdünken „verbessert". Folgen sind dann mitunter auch die eher lustige Effekte, Video X kann auf Fernseher Y nicht gespult werden, Audiodatei B springt auf Player F und so weiter.

    Erschwerend kommt hinzu, dass Formate wie AVI und MKV sogenannte Containerformate sind. Im Klartext bedeutet dies, dass man eigentlich alles möglichen Audio- und Videostreams dort reinstecken kann und die Dateiendung immer gleich ist.

    Wer kennt sie nicht, die AVI Dateien die in Player A nur in schwarz/weiß sind, in Player B in doppelter Geschwindigkeit laufen, in Player C ein Stummfilm sind und in Player D nur als „ungültige Datei“ erkannt werden.

    Um diesen Ärgernissen aus dem Wege zu gehen wäre eine Möglichkeit, sich im Internet vor dem Kauf der Geräte über Kombinationen zu informieren, die wirklich zusammenarbeiten, in der Regel sind das Geräte des gleichen Herstellers.

    Das hilft natürlich nicht, wenn man schon die zwei unkooperativen Partner in seinem Wohnzimmer stehen hat. Die wirklich einfachste Lösung ist in vielen Fällen die DLNA Funktion des Fernsehers nicht zu nutzen und diese Tätigkeit einem separaten Zuspieler zu überlassen. Sei es ein Fertiggerät wie der WD-TV oder aber ein Selbstbau HTPC mit einem RaspberryPi und einer entsprechenden Software wie Raspbmc oder OpenELEC.


    NAS und HDMI und und und …

    So verlockend es sein mag Speichereinheit und Mediaplayer in einem Gerät zu haben, gilt auch hier wieder, dass zwei auf ihren Zweck spezialisierte Geräte ihren Job im Zusammenspiel gemeinsam besser machen, als ein All-in-one Gerät, das immer nur einen Kompromiss darstellen sein kann.

    Anforderung NAS:
    Je nach Kapazität Aufnahme vieler Festplatten, folglich viel Abwärme und große Lüfter, große Gehäuse und leistungsstarke Netzteile erforderlich.
    Die meisten NAS Betriebssysteme sind spezialisiert auf Aufgaben, die direkt mit der Speicherung zu tun haben, Medienwiedergabe ist ein anderes Feld und bedingt wieder andere Betriebssysteme.

    Anforderung Mediaplayer:
    Optik wohnzimmertauglich, klein, schick und geräuschlos
    Bedienung per App oder Fernbedienung
    Gute Grafikfähigkeiten
    Minimaler Stromverbrauch

    Man sieht, dass es hier zu großen Anforderungskonflikten kommt. Von daher ist ein auf seine Kernaufgaben spezialisiertes NAS, dass zentral alle möglichen Mediaplayer versorgt, und der kleine schicke Raspberry Pi mit OpenELEC die bessere Wahl. Ein weiterer Vorteil an der Trennung Speicher und Wiedergabegarät ist, dass im Netzwerk beliebig viele Player mit Media Inhalten versorgt werden können. In der Küche das netzwerkfähige Radio, im Wohnzimmer der Edel-Audio-Player, dann der Raspberry als Video Player, im Kinderzimmer, das Tablet auf dem Balkon, das Smartphone um Hobbyraum, und und und.

    Wer natürlich seine gesamte Videosammlung auf einer 2 ½“ Notebookplatte unterbekommt und weiter keine Geräte mit AV-Inhalten versorgen will, der kann durch gezielte Komponentenwahl ein ordentliches All-in-one Gerät aufbauen.



    (verfasst von shakky4711)