• Das richtige Betriebssystem für mein NAS – Welche Unterschiede bieten die verschiedenen OS?

    Windows

    Man mag es lieben, man mag es hassen, aber trotzdem kennt jeder Windows. Es gibt eine undurchschaubare Softwarevielfalt und jeder hat einen oder mehrere Bekannte, die einem bei Problemen unterstützen. Für nahezu jede Hardware gibt es Treiber, die dann recht oder schlecht funktionieren.
    Wofür Windows jedoch auch bekannt ist, dass die erforderlichen Ressourcen von Version zu Version immer größer und größer werden. Wer Windows als Betriebssystem verwenden möchte, sollte von daher erst einmal schauen, ob sein NAS den hohen Anforderungen gerecht wird.

    Wer keine Zeit investieren möchte sich mit andere Systemen zu beschäftigen kann sein NAS mit Windows ausstatten. Allerdings darf das kleine NAS dann nicht vergessen werden, wenn es um Sicherheitsupdates und Virenscanner geht.


    Linux

    Auf den ersten Blick mag einen die Vielzahl erschlagen, aber es gibt nicht DAS LINUX, sondern etliche auf ihren jeweiligen Einsatz Zweck oder Zielgruppe hin optimierte Software-Zusammenstellungen, sogenannte Distributionen. Von der kleinen NAS-Distribution, die auf eine Diskette passt, bis hin zu vollen Desktop-Ausstattung inclusive CAD ist alles verfügbar.
    Hier zeigt sich dann aber auch leider, dass eine zu große Auswahl nicht immer positiv zu betrachten ist. Kann ich mich im Supermarkt noch zwischen 3 Sorten Salami im Regal entscheiden, kann es passieren, dass einem 50 Sorten dermaßen irritieren, dass man ohne Salami den Supermarkt verlässt.

    Die Zeiten, wo Linux nur für bärtige Freaks nutzbar sind, die im dunklen Keller vor ihrer Tastatur sitzen und sich von kalter Pizza ernähren, die jemand unter der Tür durchschiebt, sind längst vorbei. Der „Tux“, das Markenzeichen von Linux, trägt mittlerweile einen Nadelstreifen-Anzug und befindet sich in jedem Android Mobilgeät, Tablet, verrichtet seinen Dienst in Datei- und FTP-Servern und bedient einen Großteil aller Webseiten im Internet.

    Linux wird von großen kommerziellen Unternehmen unterstützt, und auch die Hardwareunterstützung wird besser und besser.

    Grundsätzlich ist jede Linux Distribution für den Einsatz in einem NAS geeignet. Jede hat irgendwo ihre Stärken und Schwächen. Hilfreich für den Anfang auf dem NAS ist in aller Regel eine Distribution, die genau für diesen Einsatz konzipiert ist. Hier stehen Verwaltung der Datenträger und die verschiedenen Dienste wie Media- und Dateiserver im Vordergrund, die Bedienung erfolgt in aller Regel bequem per Webbrowser von einem Client aus, Tastatur und Monitor sind nach Ersteinrichtung nicht mehr erforderlich.

    An Distributionen besonders zu nennen sind „OpenMediavault“, das auf Debian GNU/Linux basiert und einen stabilen Betrieb bei leichter Einrichtung gewährleistet.

    Natürlich spricht nichts dagegen, sein NAS mit der Lieblingsdistribution seines Desktop Rechners zu bestücken, sowohl Debian, als auch CentOS, OpenSUSE oder Ubuntu LTS Varianten sind oft vertreten.

    Ohne Fleiß aber kein Preis, wer bisher nur Windows Kenntnisse hat, kommt nicht darum herum, sich unter Linux mit neuen Begriffen zu beschäftigen und neue Kenntnisse zu erwerben.


    NAS4Free, FreeNAS

    Diese Betriebssysteme basieren auf FreeBSD, einem unixartigen Betriebssystem, das nicht mit Linux verwechselt werden sollte.

    Die beiden Systeme sind von Grund auf als Betriebssysteme für ein NAS ausgerichtet. FreeNAS richtet sich von der Zielgruppe sogar an semi-professionelle Anwender.

    NAS4Free kann auf einer SSD, Festplatte oder in der speziellen Embedded Version sogar auf einem USB-Stick installiert werden.
    Die Einrichtung erfolgt bequem per Webbrowser. Das NAS kann also im Keller seinen Dienst verrichten.

    Der besondere Vorteil gegenüber Windows oder Linux ist hier die native Implementierung von ZFS als Dateisystem/Volumemanager.
    Als Nachteil ist zu nennen, dass das darunter liegende Betriebssystem FreeBSD hauptsächlich als Server Betriebssystem im professionellen Umfeld verwendet wird. Die Unterstützung von neuen Komponenten wie Onboard Netzwerkkarten ist daher oftmals etwas verzögert, verglichen zu Linux.


    OpenIndiana, Omni-OS und OpenSolaris

    Diese Systeme basieren auf Solaris der Firma SUN, einem Betriebssystem für den absoluten Profibereich im gewerblichen Umfeld. Die Unterstützung vieler „niederklassiger“ Consumer-Komponenten ist eher gering, da hier der Fokus bei einem Einsatz auf hochwertiger Serverhardware liegt.

    Diese Systeme bilden die Basis von starken Hochleistungsservern wo es auf absolute Zuverlässigkeit, hohe Skalierbarkeit und höchste Leistungsfähigkeit ankommt. Für den Einsatz in kleinen NAS Systemen sind andere Systeme, gerade auch wegen ihrer leichtverständlichen Oberflächen, sicher für den normalen Benutzer oftmals die bessere Wahl.

    Für den Einsatz im Firmenumfeld, auf professioneller Hardware oder in heimischen Bereichen des fortgeschrittenen Anwenders sind diese Systeme erste Wahl. Ebenso natürlich für Menschen die sich für echte unixartige Betriebssysteme interessieren und die harte Lernkurve nicht fürchten.


    EON-ZFS Storage

    Es ist eine auf OpenIndiana basierende Distribution, die für den Einsatz auf Flash Medien konzipiert ist und um alle nicht auf einem NAS notwendigen Funktionen abgespeckt wurde. Die Bedienung erfolgt ausschließlich per SSH-Zugang. Diese Software setzt gute Englisch Kenntnisse, tiefergehende Unix-Kenntnisse und eine harte Lernkurve voraus, Einsteigern sei von diesem System angeraten, nahezu alle Informationen und How-To sind nur in englischer Sprache verfügbar.


    Napp-It

    Ursprünglich nur als zusätzliche Benutzeroberfläche konzipiert um die elementarsten Aufgaben eines NAS für Solaris-basierende Systeme per Web-Gui zentral administrierbar zu haben, hat sich Napp-It stak weiterentwickelt. Auf der Homepage werden mittlerweile fertige Betriebssystem-Images angeboten, um ohne großen Aufwand ein NAS mit allen Stärken von Solaris und ZFS aufzusetzen.

    Auch hier gilt allerdings wieder, dass hochwertige Server-Hardware bevorzugt unterstütz wird, bei Boards mit neuesten Netzwerkcontrollern wird man oftmals um eine zusätzliche Intel Pro-1000 nicht herumkommen.





    Siehe auch die Übersicht zu NAS Betriebsystemen in unserem Wiki.

    (verfasst von shakky4711)