Nun folgt ein weiterer Testbericht über ein sehr interessantes NAS-Gerät. Es geht in diesem Testbericht um das DS412+ aus dem Hause Synology. Es handelt sich bei diesem Gerät um ein NAS-System mit vier Festplatten für kleine und mittlere Unternehmen. Der UVP der DS412+ liegt bei 569,90 €.

Auspacken

1. Die Verpackung (ungeöffnet):

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2. Packungsinhalt:

Im Packungsinhalt befinden sich zweit Cat 5e Netzerkkabel, da das Synology DS412+ auch zwei Netzwerkanschlüsse hat (Gbit). Ausserdem ein Netzteil und ein Netzkabel zum Anschluss an eine Steckdose.

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Schrauben, Anleitungen, Treiber-CD und Festplatten-Caddys:

Im Lieferumfang befinden sich außerdem Schrauben zur Befestigung der Festplatten in den ebenfalls mitgelieferten Festplattencaddys. Die Festplatten sind dabei mit kleinen Gummis an jeder Schraube im Caddy gepuffert. Die Spezialschrauben haben am Ende des Kopfes dazu ein kurzes Stück ohne Gewinde.

Ansicht der Schraube für die Festplattenbefestigung:

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Dann sind außerdem eine Kurzanleitung und eine CD dabei. Auf der CD befindet sich eine Schnellinstallationsanleitung (beschreibt den Einbau der Festplatten und die Installation vom Betriebssystem DSM), eine sehr ausführliche Bedienungsanleitung (181 Seiten!) und verschiedene Software.

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3. Das NAS in Bildern:

Ansicht von vorne:

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Ansicht von der Rückseite:

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4. Einbau der Festplatten:


Nun ist der Packungsinhalt gesichtet und der Einbau der Festplatten kann beginnen, damit man das NAS dann auch in Betrieb nehmen kann. Die vier mitgeliefterten Caddys muss man dazu zuerst aus dem NAS entnehmen das geht aber doch hochziehen der Lasche und dann einfach das Caddy nach vorne rausziehen.

Die Festplatte wird dann mit den Anschlüsen (SATA, Strom) nach hinten zeigend eingebaut. Der Griff befindet sich dann logischerweise vorne.

Das leere, ausgebaute Caddy:

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Die Gummipuffer in den Caddys:

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Festplatte festschrauben:

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Wenn man vier Festplatten für das NAS hat, wiederholt man diese Sache vier mal und setzt die Festplatten wieder ins NAS ein.

5. Installation des "Betriebssystems" DSM:

Sobald die Festplatten eingebaut sind kann man nun das NAS mit dem Netzteil und dem Netzkabel an eine Steckdose anschließen. Gleichzeitig wird das NAS mit dem Netzwerk verbunden und dann kann man es auch einschalten. Es fährt dann auch und sobald es einmal piepst kann mit der Installation der DSM (Disk Station Manager) Software begonnen werden.

Dazu muss ein Tool namens Synology Assistant auf einem PC / Laptop installiert werden. Entweder man verwendet die auf der CD enthaltene Version oder man lädt sich die aktuellste Version von der Synology Homepage herunter.

Sobald die Software installiert und gestartet wurde klickt man auf den Button "Suchen" und die im Netzwerk vorhandenen Synology NAS werden gefunden. Über einen Rechtsklick auf das neue NAS, in meinem Fall das DS412+, kann die Installation der Software gestartet werden. Nach ein paar Angaben (wie IP-Adressen, Passwörter usw.) wird die Software dann installiert.

Ansicht der Software Synology Assistant:

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Ansicht des Installationsvorganges von DSM:

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Ist die Installation abgeschlossen kann man bereits seinen Webbrowser öffnen und die IP-Adresse des NAS eingeben. Nach einem Klick auf Enter meldet sich schon das DS412+.

Ansicht Anmeldebildschirm DSM 4.0:

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Gibt man den vorher definierten Admin-User und das passende Passwort ein kommt man auf die schicke, moderne Oberfläche von DSM4.0.

Ansicht DSM 4.0 - Oberfläche:

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Damit ist das NAS - Betriebssystem nun installiert und das Synology NAS DS412+ einsatzbereit. Mein Eindruck war das die Sache einfach, schnell und unkompliziert abgelaufen ist. Die Hardware des NAS macht einen stabilen Eindruck und mir sind keine Punkte aufgefallen die ich bemängeln würde oder möchte während dem Einbau der Festplatte und der Installation der Betriebssoftware.

6. Einrichtung der Festplatten:

Um die Festplatten im NAS auch nutzen zu können muss nun noch die Art der Speicherung definiert werden. Das DS412+ bietet hierzu mehrere Möglichkeiten.

Es werden folgende RAID-Modis unterstützt:

  • Synolog Hybrid RAID
  • Basic
  • JBOD
  • RAID 0
  • RAID 1
  • RAID 5
  • RAID 5 + Spare
  • RAID 6
  • RAID 10


Die Einrichtung kann über DSM über den Speichermanager durchgeführt werden. Man wird dabei sehr gut geführt, es kann nicht schiefgehen. Wenn man alle Einstellungen vorgenommen hat startet der Build des RAIDs auf den eingebauten Festplatten. Das dauert bei eingeschalteter Überprüfung der Datenträger länger, ohne Überprüfung geht es schneller.

Im Speichermanager sieht es dann so aus wenn man erfolgreich ein JBOD eingerichtet hat:

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Nun können die Festplatten genutzt werden.

Allgemeines zur Hardware des DS412+:

Das ist nun betriebsbereit, an dieser Stelle ein paar Punkte zur Hardware des DS412+. Im Inneren der neuen DS412+ kommt als Prozessor ein Dual Core Prozessor von Intel zum Einsatz. Es handelt sich dabei um den Intel Atom D2700. Als Hauptspeicher ist 1 GB DDR3-RAM im Einatz. Die vier Festplatteneinschübe der DS412+ sind Hot-Swap-fähig. An der Vorderseite des Gehäuses werden die Festplatteneinschübe durch eine Plastikabdeckung verdeckt und neben dieser Abdeckung befinden sich die Status LEDs des Gerätes. Mit diesen LEDs wird der Systemstatus und die Aktivität der vier Festplatten angezeigt. Desweiteren befindet sich vornne auf der linken Seite ein Ein-/Aus-Taster und ein noch darunter angebrachter USB 3.0 Anschluss. Für die Kühlung der Hardware und der eingebauten Festplatten sind zwei auf der Rückseite montierte 92 mm Lüfter zuständig, diese sind aber meiner Meinung nach sehr leise und während des Betriebes kaum zu hören. Selbst bei längeren Schreibzugriffen und höheren Umgebungstemperaturen waren sie für mich nicht wahrnembar. Lediglich beim Einschalten des Gerätes kann man sie hören und feststellen das sie noch funktionieren. An der Rückseite befinden sich neben den Lüftern auch noch zwei LAN-Anschlüsse und zwei USB 3.0 Ports. Das gesamte NAS besteht hauptsächlich aus Plastik. Macht aber trotzdem einen stabilen und wertigen Eindruck!

Allgemeines zur Software / Betriebssystem DSM:

Als Betriebssystem / Software kommt, wie berets oben beschrieben, das DSM in der Version 4.0 zum Einsatz. DSM steht dabei für Disk Station Manager. Dieses System basiert auf Linux und kommt auf nahezu allen Synology Geräten zum Einsatz. Diese Software bringt eine Vielzahl von Funktionen mit die Profis genauso wie Homeuser gleichermaßen ansprechen sollten. Durch DSM stehen die Protokolle SMB/CIFS zur Verfügung für die Zugriffe in einem Windows Netzwerk, das AFP Protokoll für Apple Netzwerke und NFS für Linux Netzwerke. Der Zugriff auf das NAS bzw. der Zugrif auf die gespeicherten Daten ist weiterhin über FTP, Telnet, SSH und WebDAV machbar. Für andere Anwendungszwecke steht auch die Möglichkeit zur Verfügung das NAS über iSCSI an verschiedene System anzubinden. Das DS412+ lässt sich ohne Probleme auch in Windows Domänen einbinden und unterstützt die Windows Access Control Lists.

Neben diesen Funktionen bietet DSM auch einige Funktionen an die vor allem die Heimanwender oder privaten Nutzer der DSM Software bzw. des Synology NAS ansprechen dürften. UPnP oder DLNA für Mulitmedia Inhalte steht zur Verfügung oder das NAS kann als LAMP (Linux Apache MySQL PHP) Server betrieben werden. Über Plugins lassen sich auch Dinge wie WordPress (Blog), PHPmyAdmin (Datenbanktool für MySQL) oder z.B. ein Virenscanner installieren. Das Installieren der Plugins ist sehr einfach und es steht eine große Auswahl zur Verfügung.

Ein weiteres nettes Feature stellt die Möglichkeit des mobilen Zugriffs auf das NAS-System dar. Es gibt für iOS oder Android verschiedene Apps die den Zugriff von unterwegs aus sehr einfach machen! In den jeweiligen App-Stores stehen diese Tools bereits zur Verfügung und können kostenlos heruntergeladen werden. Um das Synology NAS so weit zu bekommen das der Zugriff darauf von aussen über das Internet möglich ist, gibt es einen Assistenten innerhalb der DSM Software der es auch nicht so erfahrenen Benutzern sehr einfach ermöglicht über UPnP notwendige Einträge am Router vorzunehmen und einen DDNS Eintrag zu machen.
Die Gestaltung der DSM Software in Form eines Desktops gefällt mir sehr gut und sollte auch nicht so erfahrene User dadurch ansprechen. Es sollte auch Ihnen möglich sein das NAS für viele Dinge nutzen zu können. Erfahrene Benutzer haben trotzdem alle Möglichkeiten und können sich an der schönen Oberfläche freuen.

Für mich eine sehr gelunge Software, die mir persönlich sehr gut gefällt!

Wer Interesse daran hat sich ein Bild von der DSM Software zu machen, und eventuell noch kein Synology NAS besitzt, kann das über ein Demo machen welches sich auf der Synology Homepage befindet und dort aufgerufen werden kann (Link zur Demo).

Geräuschentwicklung:

Wie schon weiter oben bereits kurz beschrieben war für mich das Synology DS412+ NAS während des gesamten Tests eigentlich nicht zu hören. Die Lüftersteuerung funktioniert meiner Meinung nach sehr gut. Selbst bei längeren Zugriffen mit viel Arbeit für das NAS war es angenehm ruhig.

Bei normalem Betrieb (Web Server, ab und zu ein paar Dateien kopieren, usw.) ermittelte ich mit einer Handy-App einen Wert von ca. 32 db(A). Sicherlich kein wissenschaftlich belastbarer Wert, aber als Orientierung für Euch schon mal eine Richtlinie.

Stromverbrauch:

Den Stromverbrauch habe ich mit einem Energy Monitor 3000 von der Firma Voltcraft getestet.
Synology DS412+
Ausgeschaltet 2,7 W
Höchster Wert 50,0 W
Schlafzustand (HDDs aus) 16,8 W
Normaler Betrieb 45,8 W
RAID 5 Neuaufbau 46,4 WWas hierbei etwas verwunderlich ist, ist die Tatsache daß das NAS (oder das Netzteil) im komplett ausgeschalteten Zustand konstant 2,7 Watt gezogen hat.

Leistung bei der Datenübertragung / Benchmarks:


Das Synology DS412+ schafft bei eingerichtetem RAID 5 (ext4) folgende Werte bei der Datenübertragung:

Windows Upload auf das NAS (5 GB Datei) ca. 100-105 MB/s
Windows Download von NAS auf PC (5 GB Datei) ca. 105-110 MB/s
Windows Upload auf das NAS (5000 - 1 MB Dateien) ca. 50 - 55 MB/s
Windows Download von NAS auf PC (5000 - 1 MB Dateien) ca. 60-65 MB/s
HD Video Aufnahme auf NAS ca. 115 - 120 MB/s
HD Video abgespielt von NAS ca. 95-100 MB/s

Fazit:

Synology hat mit dem DS412+ ein NAS in Programm das weit mehr kann als nur ein zentraler Netzwerkspeicher zu sein. Es werden verschiedene Dienste angeboten, wie MySQL-Server, PHP-Server, Virenscanner, VPN-Server (Liste lässt sich noch länger fortsetzen!) und durch das Prozessorupgrade zum Vorgänger steht nun mit diesem Gerät auch mehr Prozessorpower zur Verfügung, um die vielen Funktionen auch ausreichend bedienen zu können. Bei den normalen NAS-Funktionen (wie z.B. zentraler Datenspeicher im Netzwerk) kann das DS412+ aus meiner Sicht ebenfalls überzeugen unter anderem durch die sehr gute Performance bei der Datenübertragung. Auch die aus meiner Sicht sehr gelungene Software Disk Station Manager stellt ein weiteres Kaufargument dar, wobei es hierbei ja nicht unbedingt dieses Modell sein muss, die Software steht auch auf anderen Modellen von Synology zur Verfügung!

Für das DS412+ gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung!

Hier geht es zum Diskussionsthread...

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